Inhalt der Website: Die Evangelischen Alterssiedlung Masans (EAM) will als Stiftung betagten Menschen in unserer Region ein Zuhause bieten. Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt. Die Betreuung und Pflege erfolgt nach den neuesten Erkenntnissen der Geriatrie.
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"Wir steigen nicht zweimal in denselben Fluss" Dieser Heraklit zugeschriebene Satz trifft auch für die EAM zu: Alles ist im Fluss und das einzige Konstante ist der Wandel innerhalb und ausserhalb unserer Organisation. Eindrückliches Zeugnis hiervon legt der vorliegende Jahresbericht ab, der dank den Beiträgen aus allen Bereichen bestens illustriert, welche Herausforderungen jeden Tag auf’s Neue zu meistern sind. Probe auf’s Exempel ist dabei der Rückblick unseres herausragenden Küchenchefs Emilio Lamonato, der den steten Wandel und die hohe Anpassungsfähigkeit unserer Institution in seiner 21-jährigen Dienstzeit aufzeigt – und die sich nach seiner verdienten Pensionierung im kommenden Herbst nochmals wird bewähren müssen.
Grundlegende Änderungen der rechtlichen Rahmenordnungen, welche die EAM im vergangenen Jahr beschäftigt haben, waren die neue Pflegefinanzierung im Kanton Graubünden aufgrund des auf den 1. Januar 2011 in Kraft getretenen neuen Bundesgesetzes und die neue Taxgestaltung. Veränderungen auch dieser Art tun sicherlich gut, weil sie alle Involvierten zwingen, neue Wege zu gehen. Sie erfolgen – wohl als Erscheinung unserer Zeit – jedoch regelmässig unter gehörigem Zeitdruck und schaffen nicht selten ein gerüttelt Mass an Unsicherheit, weil namentlich die finanziellen Auswirkungen für die Heime als Leistungserbringer nicht vollends bekannt sind. Zurzeit bleibt den Pflegeheimen im Allgemeinen und der EAM im Speziellen nichts anderes übrig, als mit diesen Unwägbarkeiten zu leben und damit mit "soldatischem Gleichmut", vorsichtig und pragmatisch umzugehen.
Deutliche Fortschritte haben wir bei unserem Projekt für den Erweiterungs- und Umbau unseres Hauses «Platane» erzielt, mit dem wir ebenfalls auf veränderte Bedürfnisse reagieren wollen. Das Wettbewerbsprojekt der Architekten Allemann Bauer Eigenmann, Zürich, ist mittlerweile zum Vorprojekt gereift und wir haben eben unser Baugesuch bei der Stadt Chur eingereicht. Der Stiftungsratsausschuss und die Geschäftsleitung sind der Überzeugung, mit diesem Bauvorhaben die Zukunft der EAM langfristig zu sichern. Namentlich das grosse Angebot an 1-Bett- Zimmern entspricht in unserer Planungsregion einem grossen Bedürfnis. Dies gilt ebenso für den Ausbau der Dementenabteilung von derzeit 16 Betten auf deren 32. Denn die Schweizer Alzheimervereinigung rechnet mit einer Verdreifachung (!) – nämlich von 100‘000 auf 300‘000 - an Demenz erkrankter Menschen in der Schweiz in den kommenden 40 Jahren. Dass sich diesem vielfältigen Krankheitsbild (wovon Alzheimer nur eine unter vielen anderen Demenzen ist) bewährte Institutionen wie die EAM annehmen werden, erscheint uns als klar. Dazu wird jedoch erforderlich sein, dass sich einzelne Pflegeheime auf die Pflege von an Demenz erkrankten Menschen spezialisieren und gerade dies zu ihrem Haupttätigkeitsgebiet im Rahmen der Langzeitpflege machen. Erst dadurch wird unseres Erachtens überhaupt das notwendige Wissen rund um die Pflege dementer Menschen, deren Krankheitsbild und entsprechend deren Pflegebedürftigkeit völlig unterschiedlich sein können, aufgebaut und langfristig gesichert. Hierfür wäre aber eine Abkehr vom bisher gelebten System der Planungsregionen notwendig, nach welchem jedes Heim sich allen Arten der Langzeitpflege widmet und damit auch kleine Stationen für Demenzerkrankte anbietet. Die Vorstellung, dass jedes Heim alle Formen der Langzeitpflege anbietet, dürfte auf lange Sicht die Heime personell, aber auch von der Infrastruktur her, überfordern – und die Kassen der öffentlichen Hand stark beanspruchen. Mit den Leistungsvereinbarungen hätten es die Planungsregionen jedoch in der Hand, die Heime als Leistungserbringer zu lenken und dort ihre Leistungen abzurufen, wo sowohl Preis als auch Qualität stimmen. Spezialisierte Heime einer gewissen Grösse und dadurch mit besseren Skalenerträgen dürften sich dann besonders empfehlen. Die EAM sieht sich auch für diese erwünschte Veränderung auf jeden Fall gerüstet.
Nebst all diesen Besonderheiten hat die EAM im vergangenen Jahr wieder 47‘666 Pflegetage abgearbeitet und Pflegeleistungen im Umfang von 1‘962‘999 BESA-Punkten erbracht. Das ist quantitativ eindrücklich. Wenn dann noch die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Gesamtzufriedenheit mit 89% ausdrücken, dann erhält diese quantitative Aussage auch qualitativ ihre besondere Note. Dies ist besonders bemerkenswert, weil auch für unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie unsere Bewohnerinnen und Bewohner jeder Tag neu und derart individuell ist, wie dies nur der zwischenmenschliche Kontakt ermöglicht. Auch sie steigen Tag für Tag in einen anderen Fluss – und erbringen gleichwohl konstant und pflichtbewusst ihre Leistung. Hierfür gebührt ihnen allen Dank und Anerkennung.
Rudolf Kunz
Stiftungsratspräsident